Förderprogramm „Amt Niemegk vernetzt“
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MAZ: Urlaub geopfert: Er packt nach Xavier kräftig an

09.10.2017

Seinen freien Tag hatte sich Friedwart Neue anders vorgestellt. „Eigentlich wollte ich nach Bad Belzig fahren und Auslegware holen“, erzählt er. Dass daraus nichts werden sollte, wusste er bereits am Donnerstag, als er noch am Arbeitsplatz saß. Neue ist Mitarbeiter beim Niemegker Bauamt.

 

Friedwart Neue räumt sein Dorf auf

Welche Schäden orkanähnliche Böen anrichten können, weiß er nicht nur deshalb. Neue hilft auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatdorf Raben mit, wo er kann. Freitag – an seinem freien Tag – stand er früh um acht bereit, nicht um nach Bad Belzig zum Einkaufen zu fahren. „Das kann warten“, sagt er, „jetzt gibt es Wichtigeres.“ Friedwart Neue räumte in seinem Urlaub das Dorf mit seinen Wald-, Rad- und Wanderwegen auf.

 

Um Raben herum sah es auch am Freitagnachmittag noch schlimm aus. Am Ortsteingang ist ein Baum entwurzelt, so schwer, dass er beim Umfallen mehrere Menschen hätte erschlagen können. „Um 17 Uhr sind die Kameraden der Feuerwehr am Donnerstag ausgerückt und haben bis in die Nacht Straßen frei geschnitten“, erzählt Friedwart Neue.

Hängen auf halb acht

Hängen auf halb acht: Schiefe Wegweiser auf den Wanderwegen rund um Raben.

Quelle: Victoria Barnack
 

An die Touristen denken

Er selbst war da noch arbeiten. Jetzt wo die zwölf aktiven Ehrenamtler im Beruf fest stecken, übernimmt er ein bisschen der vielen Arbeit, die rund um Raben zu tun ist. „Die Rad- und Wanderwege sind zu“, sagt er und das kurz vor dem Wochenende, „die Touristen kommen doch trotzdem.“ Bis zur Gemarkungsgrenze Richtung Grubo haben Neue und andere Helfer aus dem Dorf den Radweg von den unzähligen, umgefallenen Bäumen und dem zentimeterhohen Laub befreit. „Sogar der Kneiper hat mitgeholfen und seinen Trecker rausgeholt“, erzählt Neue, „obwohl er ja seinen Mittagstisch hätte vorbereiten müssen.“

 

Während die Rabener froh sind, dass die ersten Wege wieder befahrbar sind, gibt das Brandenburgische Umweltministerium eine Warnung heraus. „Das Betreten des Waldes kann jetzt lebensgefährlich sein“, steht darin.

Auf dem Sportplatz in Raben hat der Sturm das neue Fußballtor zerstört

Auf dem Sportplatz in Raben hat der Sturm das neue Fußballtor zerstört.

Quelle: Victoria Barnack
 

Der Vergleich zu Kyrill vor fast genau zehn Jahren drängt sich auf. „Ganz so schlimm war es diesmal nicht“, sagt Neue, der auch damals im Einsatz war. Trotzdem vermutet er in vielen Waldgebieten großen Schaden. Bis zu 50 Prozent der Bäume seien stellenweise dem Sturm zum Opfer gefallen. „Viele Waldbesitzer werden erschrocken sein“, sagt er.Aber nicht nur sie, in Raben mussten auch die Jüngsten lernen, was ein Unwetter anrichtet: Der Sturm hat das neue Fußballtor im Dorf erlegt. „900 Euro einfach so weg“, sagt Neue.

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

Von: Victoria Barnack

Veröffentlichung: 06.10.2017