Förderprogramm „Amt Niemegk vernetzt“
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MAZ: Hier wird am Wochenende Fastnacht gefeiert

05.01.2018

Der Hut mit bunten Bändern und Blumen ist ihr Markenzeichen: Ab Freitag regieren vielerorts wieder die Platzmeister ihr Dorf – oder zumindest den Fastnachtstanz in der heimischen Gaststätte. Am Wochenende wird die Tradition gleich in mehreren Flämingdörfern rund um Niemegk und Treuenbrietzen gefeiert.

 

Wenn am kommenden Freitag um 20 Uhr die ersten Tänzer das Parkett im Feldheimer Festzelt betreten, ist die Fastnachtszeit eröffnet. Traditionell läuten die Feldheimer mit ihrer Männerfastnacht die alte Flämingtradition ein, die sich bis in den März von Wochenende zu Wochenende sowie von Ort zu Ort zieht. Gleichzeitig wird die Tanzfläche am Freitagabend auch in Haseloff eröffnet. Bereits am Samstag folgt die Fastnacht dann in drei weiteren Dörfern. Denn Klein Marzehns, Nichel und Dahnsdorf begehen die Tradition ebenfalls am ersten Januarwochenende.

 

„Früher war es eine Tanzveranstaltung kurz nach dem Neujahrstag. Zwei Tage lang ist gefeiert worden. Einen Tag war Jugendfastnacht und den anderen Tag Männerfastnacht“, erzählt Deborah Ingendorf (29) aus Klein Marzehns. In dem 100-Einwohner-Dorf haben seit dem vergangenen Jahr die Frauen das Sagen in der Fastnachtszeit, so auch zur Weiberfastnacht am kommenden Sonnabend. Ingendorf hat das Amt der Platzmeisterin bereits im zweiten Jahr inne. Unterstützt wird sie von ihrer Nachbarin und langjährigen Reitfreundin Eva Ibscher (26).

 

In Dahnsdorf gehört das Zimpern zum guten Ton

In Dahnsdorf gehört das Zimpern zum guten Ton. Auch am Samstag wird wieder durch das Dorf gezogen und am Abend in der Gaststätte getanzt.

Quelle: Dirk Fröhlich
 

Dass es keine Männer mehr sind, die den mit bunten Bändern und Blumen geschmückten Hut während des traditionellen Festes aufhaben, stört in dem Flämingdorf niemanden – im Gegenteil. Die Einwohner sind froh, dass die Tradition mit all seinen Bräuchen aufrecht erhalten wird. Dazu gehört auch, dass die Platzmeisterinnen ihre Gäste persönlich an der Haustür abholen. „Wie früher sind wir schon am vergangenen Freitag von Haus zu Haus gegangen, haben die Dorfbewohner eingeladen und sie haben uns bunte Bänder an unser Blazer gesteckt, welche später an die Pfingstmaie angehangen werden“, sagt Deborah Ingendorf.

 

Der alte Brauch des Abholens ist andernorts bereits eingeschlafen. In vielen Dörfern ist man froh, wenn es überhaupt noch Platzmeister zur Fastnacht gibt. „Es ist schwer jemanden zu finden“, sagt auch Mandy Schlunke. Die Vorsitzende des Kultur- und Traditionsvereins organisiert die Tanzveranstaltung in Feldheim mit. „Viele wohnen nicht mehr hier, da fehlt dann einfach die Zeit“, erzählt sie. Hätte sich im vergangenen Jahr nicht spontan ein junger Mann freiwillig für das Amt gemeldet, hätte es in Feldheim 2017 nur einen Platzmeister gegeben.

 

Die Feldheimer Fastnacht wird traditionell mit zwei Platzmeistern im beheizten Festzelt gefeiert

Die Feldheimer Fastnacht wird traditionell mit zwei Platzmeistern im beheizten Festzelt gefeiert.

Quelle: Thomas Wachs
 

Der junge Feldheimer hat den Chefposten auch in diesem Jahr wieder inne, allerdings mit einem neuen Partner an der Seite, offiziell genau bis Mitternacht. „Gegen 0 Uhr werden die ’alten’ Platzmeister entlassen und geben bei einem letzten Tanz ihre Hüte an die neuen Platzmeister ab“, erzählt Deborah Ingendorf. Das „Abtanzen“ ist einer der ältesten Brauchtümer zur Fastnacht.

In mehreren Dörfern im Hohen Fläming haben sich mittlerweile auch neue Traditionen etabliert. Vielerorts gehört heute ein Kindertanz dazu, so auch am Samstagnachmittag in Haseloff, Klein Marzehns und Feldheim. „Dieser hatte in Klein Marzehns lange Zeit auf Grund zu geringer Kinderzahlen nicht mehr stattgefunden“, berichtet Ingendorf, „jetzt wo im eigenen Dorf und den umliegenden Gemeinden wieder mehr Kinder sind, haben wir Mut gefasst, wieder einen zu veranstalten.“

So hoffen die Platzmeisterinnen von Klein Marzehns ebenso wie die männlichen Platzmeister – die es am Wochenende übrigens in allen fünf Fastnachtsdörfern geben wird – auch in künftigen Jahren volle Tanzflächen und immer neue Platzmeister zu haben.

 

Fastnachten am 5. und 6. Januar 2018

 

In Feldheim beginnt am Freitag um 19.30 Uhr die Männerfastnacht im Festzelt am Sportplatz. Am Sonnabend beginnt zur selben Zeit die Jugendfastnacht. Zu beiden Terminen spielt die Band „Flämingcombo“. Außerdem sind die Kinder des Dorfes am Samstag ab 15 Uhr zum Fasching eingeladen.

 

In Haseloff beginnt die Fastnacht am Freitagabend um 20 Uhr in der Gaststätte „Am Wachtelberg“ mit den Musikern von „Partyflair“. Am Samstag um 15 Uhr sind Kinder zum Tanz mit DJ Nico eingeladen. Bereits ab 9 Uhr wird im Dorf gezimpert.

 

In Klein Marzehns wird zunächst um 15 Uhr der Kindertanz gefeiert. Am Abend um 20 Uhr beginnt die traditionelle Weiberfastnacht mit der Band „Inflagranti“.

 

In Nichel findet die Fastnacht am Samstag ab 20 Uhr statt. Im Gemeindehaus spielt die DJ-Dobby-Liveband. Am Sonntag zimpern die Nicheler ab 10 Uhr.

 

In Dahnsdorf wird bereits am Samstag ab 9 Uhr gezimpert. Am selben Abend wird Jugendfastnacht gefeiert. Um 20.30 Uhr ist das Antanzen der Platzmeister im Gasthaus „Drei Linden“ angekündigt.

 

In Elsholz zieht die Fastnachtsgesellschaft am Sonnabend ab 9 Uhr als Umzug mit musikalischer Begleitung durch das Dorf. Um 20 Uhr wird zum Tanz in der Gaststätte „Lindenschenke“ mit Musik vom DJ geladen.

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

Veröffentlichung: 04.01.2018

Von Victoria Barnack