Förderprogramm „Amt Niemegk vernetzt“
Maerker Amt Niemegk
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Mörz

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Ersterwähnung 1161 als „burgwardis Mordiz“.Noch 1278 als Burgward erwähnt. Über Mörz führte damals die Handels- und Heerstraße von Magdeburg – Belzig – Niemegk – Jüterbog nach Schlesien. 1640, 30jährige Krieg, steht das ganze Dorf öde und leer, 1661 bereits wieder besiedelt. Der Name wird aus dem slw.-sorb. Abgeleitet. Von der Burg waren im 18. Jh. noch Reste vorhanden.

Kirche: Feldsteinbau aus dem 13. Jh. mit mittelalterlichen Taufstein und Glocken.

Einwohner: 1817: 165; 1994: 215; 1995: 187; 1996: 185; 1999: 201

Fläche: 8,06 ha

In der Gemeinde Mörz werden ebenfalls Brauchtum und Traditionen wie Fastnacht, Osterfeuer usw. gepflegt.

Der Ort Mörz hat zudem eine Chronik aus dem Jahre 2006. In "Mörz - ein Dorf im Fläming, Beiträge zur Chronik Teil 1"

geht es auf Spurensuche nach der Mörzer Burg, und dem wohl daraus resultierenden Ortsnamen, und über die Dorfstrktur und -form auch hinsichtlich der Dorfentwicklungsplanung zur Dorferneuerung von 1991.

 


Aktuelle Meldungen

MAZ: Glocke für die Dorfkirche nimmt Form an

(19.06.2017)

Das kommt wirklich nicht alle Tage vor. „1496 wurde letztmals eine Glocke für die Dorfkirche gegossen – als Marienglocke“, sagt Jörg Frenzel und versucht, den historischen Moment zu betonen. Kaum hat der Pfarrer ausgesprochen, gehört die Aussage mit dem Guss einer Reformationsglocke der Vergangenheit an. 25 Mörzer sind dieser Tage bei dem besonderen Augenblick in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer hautnah dabei.

 

Sie stehen nur wenige Meter von der Gussform der neuen Kirchenglocke entfernt, alsschon mit einem Gabelstapler zwei rot glühende Schmelztiegel herangefahren werden. Der Seelsorger lässt schnell noch einige Liedzettel verteilen. Für die eigentlich geplante Andacht vor dem Glockenguss ist keine Zeit mehr. Die Anfahrt im Reisebus hat ob der Baustellen unterwegs länger gedauert als geplant. In der Manufaktur hingegen läuft alles nach Plan. Deshalb heißt es, als die ersten beiden Strophen von Martin Luthers Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“ abgesungen sind, schon: „In Gottes gnaden - wir gießen.“

 

Männer mit feuerfesten Schürzen und Schutzmasken vor den Gesichtern haben die Kessel übernommen. Augenblicklich wird es still im Rund. Nur das Brodeln der bei über 1000 Grad Celsius rot glühenden Masse ist noch zu hören. Langsam lassen die Männer die einem Lavastrom gleichende Flüssigkeit – ein Kupf-Zinn-Gemisch – in die Glockenform fließen. Minuten später ist der Guss der neuen Mörzer Kirchenglocke bereits Geschichte. Aus der andächtigen Stille wird ein leises Raunen, dann bald und zunehmend ein Stimmengewirr.

 

Die kleine Reisegruppe aus dem Hohen Fläming hat die Geburtsstunde ihrer Kirchenglocke live erlebt. Über die modernen Medien wird das Ereignis mit den daheim Gebliebenen sofort geteilt. Die Nachricht verbreitet sich somit wie ein Lauffeuer und die ersten Bilder sind schneller im Dorf, als die Berichte der Teilnehmer selbst.

 

Taufglocke läutet nur solo

Die Evangelische Kirchengemeinde Planetal zählt 130 Christen. Dazu gehören die Orte Baitz, Dahnsdorf, Kranepuhl, Locktow, Lüsse, Neschholz und Ziezow.

Vor dem Glockenguss wurde der Glockenturm der Kirche neu gerichtet. In diesem Zusammenhang erhielten die drei im Turm hängenden alten Glocken ihre ursprüngliche Aufhängung an einem Holzjoch zurück.

 

Die neue Lutherglocke wird exakt 307 Kilogramm wiegen und komplettiert nach 100 Jahren das ursprüngliche Geläut. Gemeinsam werden die vier Glocken jedoch niemals läuten. Die älteste, eine Zuckerhutglocke aus dem 12. Jahrhundert, wird weiterhin nur Taufglocke geläutet.

 

Der Glockenguss und die Neuaufhängung des alten Glockengutes wurden über eine Spendenaktion finanziert. Derweil bedecken die Glockengießer die Gussform mit Holzkohle. Damit auch die Glockenkrone von anhaltender Wärme geschützt wird und in aller Ruhe auskühlen kann. Einige Tage wird es dauern, bis die Flüssigkeit erstarrt ist, heißt es. Erst danach kann der Glockenrohling aus seiner Form gelöst werden und die Glockenzier erhalten.

 

Wenn Helmut Kairis, der Sachverständige der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, die neue Glocke auf Herz und Nieren geprüft und für gut befunden hat, wird dieselbe nach Mörz geholt - um als Reformationsglocke in ein seit exakt 100 Jahren leeres Stuhlfeld im Kirchturm einzuziehen. Ehemals hing dort die 1496 gegossene Marienglocke, die als Schulglocke geläutet und 1917 zu Kriegszwecken abgegeben werden musste. Im Gedenken an das Reformationsjubiläum hatten die Mörzer entschieden, dass die neue Glocke eine Lutherrose und die Inschrift „Eine feste Burg ist unser Gott“ zieren soll.

 

Mit dem Glockenguss für die Mörzer Kirche wurde zugleich die letzte Glocke der acht Dörfer umfassenden Kirchengemeinde Planetal, die alle für Kriegszwecke im Ersten und Zweiten Weltkrieg abgegeben werden mussten, ersetzt. Hat die Reformationsglocke ihren Platz im Mörzer Kirchturm erhalten, sind alle Glockenstühle in der Kirchengemeinde wieder gefüllt und sie kann feierlich ihrer Bestimmung übergebenen werden.

Termin: Festgottesdienst am 30. Juli, 14.30 Uhr, in der Kirche Mörz.

 

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

Von Christiane Sommer

Veröffentlichung: 16.06.2017

MAZ: Kaum einer ackert so gut wie sie

(28.04.2017)
 

Zwei Nachwuchslandwirte aus dem Hohen Fläming sind beim Landesfinale des Berufswettbewerbs unter den besten zehn von insgesamt 200 Teilnehmern gelandet. Niklas Konicek aus Kranepuhl hat es auf den neunten, Richard Preuss aus Mörz auf den zehnten Platz geschafft.

 

Bei dem Wettbewerb treten die Azubis in einer Reihe von Aufgaben aus der Tier- und Pflanzenproduktion gegeneinander an. Auf dem Areal der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Groß Kreutz mussten sie berufstheoretische Fragen beantworten, eine Tierbegutachtung durchführen und ein Gespann aus Schlepper und Hänger fachgerecht zusammenbringen und bewegen.

 

Richard Preuss würde gerne in Rädigke bleiben

Als besonders anspruchsvoll hat Richard Preuss die sogenannte Ackerbonitur empfunden. Dabei mussten die Teilnehmer raus aufs Feld und das Getreide auf Krankheiten untersuchen. „Ich hatte mich mit dem Thema vorher noch nicht befasst, auch in der Schule war das noch nicht dran“, erzählt der 18-Jährige. Mit seiner Platzierung ist der Mörzer dennoch „sehr zufrieden“.

 

Der Azubi ist derzeit im zweiten Lehrjahr bei der Agrargenossenschaft Hoher Fläming Rädigke-Niemegk. Dass er einmal Landwirt wird, war für Preuss schnell klar. „Ich bin auf dem Dorf groß geworden, wir haben Zuhause selbst ein paar Pferde, Hühner und Hasen“, erzählt er. „Der Bezug war einfach immer da.“ Er schätzt an seinem zukünftigen Beruf, dass er den Tag an der frischen Luft verbringt und immer Abwechslung hat. „Egal ob bei der Tier- oder Pflanzenproduktion: Wir arbeiten im Team, das gefällt mir.“ Auch nach Abschluss seiner Ausbildung möchte Richard Preuss gerne in Rädigke bleiben und kann sich vorstellen, noch den Meister zu machen. Dann könnte er später selbst Jugendliche zu Landwirten ausbilden.

 

Vielseitige Ausbildung fordert Einsatzbereitschaft

Sich nach der Lehre weiter fortzubilden hat auch Niklas Konicek im Sinn. Der 19-Jährige befindet sich auf der Zielgeraden: Im August schließt er seine Ausbildung zum Landwirt bei der Produktivgenossenschaft Flämingrind in Kranepuhl ab. Anschließend würde Konicek gerne Agrarmanagement studieren. Der gebürtige Lütter ist nicht auf einem Hof groß geworden, hat aber in seiner Freizeit oft in einem Reitstall in Baitz geholfen, wie er erzählt. „Mit der Zeit habe ich dann auch häufiger auf dem Acker mitgearbeitet oder beim Stroh ausfahren geholfen – da hat sich der Berufswunsch entwickelt.“ Auch der Umgang mit großen Maschinen wie Maisstreuer oder Ballenpresse gefalle ihm, sagt Niklas Konicek. „Ich finde es gut, dass mir als Azubi so viel Vertrauen entgegengebracht wird.“

Aber nicht nur die große Technik muss mögen, wer Landwirt werden will. Auch die verschiedenen Aufgaben der Tierproduktion spielen während der Ausbildung eine wichtige Rolle. „Fütterung, Mutterkuh- und Schweinehaltung – das muss man mögen, können und verstehen“, sagt Florian Schulze, Ausbilder bei der Agrargenossenschaft Rädigke-Niemegk. „Der Beruf ist sehr vielseitig, erfordert aber zum Beispiel auch die Bereitschaft, an Feiertagen zu arbeiten.“ Gerade im Bereich der Tierproduktion sei es daher zunehmend schwieriger, Leute zu finden.

 

Die besten Azubis fahren zum Bundesfinale

Das Bundesfinale des Berufswettbewerbs findet vom 11. bis 16. Juni im mecklenburgischen Güstrow statt.

Die besten Landwirtschafts-Auszubildenden aus dem Land Brandenburg treffen bei diesem Ausschied auf die Sieger aller anderen Bundesländer.

Die Brandenburger Landesfinalisten, neben den beiden Azubis aus dem Hohen Fläming, stammen aus Betrieben in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark), Birkholz (Barnim), Herzberg (Ostprignitz-Ruppin) und Altlüderdorf (Oberhavel).

Der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend läuft in den Sparten Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Forstwirtschaft, Tierwirtschaft und Weinbau.

Die Agrargenossenschaft Rädigke-Niemegk nutzt daher auch regelmäßig den Zukunftstag, an dem Jungen und Mädchen aus ganz Brandenburg in unterschiedliche Berufe reinschnuppern können. In diesem Jahr hatten sich wieder 27 Schülerinnen und Schüler auf dem Hof angemeldet. „Der Zukunftstag ist eine gute Gelegenheit, um über Landwirtschaft zu sprechen“, sagt Schulze. „Man muss sich schon strecken, um Lehrlinge zu bekommen und den künftigen Azubis was bieten. Und nichts ist wichtiger als aufzuklären, was wir hier machen.“

Insgesamt sei die Zahl der Auszubildenden in der Landwirtschaft in Brandenburg in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Sebastian Scholze, Sprecher und Bildungsreferent des Landesbauernverbands Brandenburg (LBV). „Der Trend geht außerdem zu Azubis, die von Haus aus keinen landwirtschaftlichen Hintergrund haben – wie bei Niklas etwa.“ Auch würden sich zunehmend mehr Gymnasiasten nach dem Abitur für eine Lehre und gegen ein Studium entscheiden, sagt Scholze. „Natürlich kann es punktuell immer zu Schwierigkeiten kommen und es gibt hier und da Betriebe, die keine Azubis finden. Aber auch der Berufswettbewerb zeigt, dass es noch Jugendliche gibt, die den Beruf des Landwirtes als Berufung begreifen.“

 

Von Josephine Mühln

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

Veröffentlichung: 28.04.2017